Die Genossenschaft

„Der Adler muss bleiben, es liegt an uns! Zusammen ist alles möglich! Der Schwarze Adler ist der ideale Treffpunkt für Kunst, Kultur, Musik und nette Gespräche. Essen, Getränke, Flair, da stimmt einfach alles!“

Fritz Wagener, Initiator und erster Vorsitzender der Schwarzen Adler Vierbaum eG.

Anfang 2019 wurde bekannt, das der bisherige Besitzer den Schwarzen Adler aus Altersgründen aufgeben wollte. Zuerst sah es so aus, als würde die Kulturkneipe für immer geschlossen werden. Dann hatte Fritz Wagener aber die rettende Idee.

Der Schwarze Adler in Rheinberg-Vierbaum ist eine Institution. Seit 1983 steht die mehr als 200 Jahre alte Gaststätte an der Baerler Straße 96 für gemütliche Kneipen-Atmosphäre, eine gute Küche und für kulturelle Vielfalt. Aus dem In- und Ausland strömen Besucher in den Adler, wenn dort international renommierte Bluesbands spielen, Kabarettisten und Comedians auf  der Bühne stehen oder namhafte Künstler ihre Malereien, Fotografien oder Skulpturen ausstellen. Der Saal für bis zu 200 Gäste wird zudem für Familienfeiern, Lesungen, Vorträge sowie Treffen von Initiativen oder Parteien genutzt.

Umso größer war der Schock, als Ernst Barten Anfang 2019 bekanntgab, den Schwarzen Adler altersbedingt abgeben zu wollen. Als Eigentümer hatte Barten aus einer unbedeutenden Eckkneipe in den vergangenen Jahrzehnten einen wichtigen Treffpunkt und ein kulturelles Zentrum von Rang geschaffen. 

Bevor die Suche nach einem neuen Eigentümer richtig beginnen konnte, hatte Fritz Wagener die zündende Idee, die er fortan mit großem Engagement und zusammen mit anderen verfolgte und Ende des Jahres auch realisierte: die Gründung einer eingetragenen Genossenschaft (eG). Bürgerschaftliches Engagement als Modell für die Zukunft.

Mehr als 250 Adler-Fans zeichneten bisher Anteile in Höhe von jeweils 1000 Euro. Sie ermöglichten so den Kauf der Immobilie und sicherten den nahtlosen Fortbestand des Gasthauses zum Jahreswechsel. 

Nun sind die Genossen gefragt. Je mehr sich einbringen, desto besser läuft der Laden. Für Gaststätte und Küche hat die komplett ehrenamtlich arbeitende Genossenschaft zwei hauptamtliche Geschäftsführer eingestellt. Der seit mehr als 30 Jahren bestehende Verein Kulturinitiative Schwarzer Adler mit seinem ersten Vorsitzenden Ernst Barten sorgt weiterhin für ein Kulturprogramm. Die Genossenschaft kann und will nicht auf die große Erfahrung und die guten Kontakte der Kulturmacher verzichten. Aber neue Impulse, neue Formate und neue Angebote kommen hinzu. Das Ziel: Der Schwarze Adler soll zukunftsfähig und attraktiv für die nächste Generation sein.

Das Wesen eingetragener Genossenschaften ist die Beteiligung möglichst vieler Miteigentümer. Jedes Mitglied der Genossenschaft hat unabhängig von Anteilen das gleiche Stimmrecht, um z.B. über die Satzung zu entscheiden oder die Verantwortlichen zu wählen. Es gibt Vorteile, die auch nur einer Genossenschaft zustehen, wie etwa eine steuerlich zulässige Rückvergütung. Jedes Mitglied, das sich mit einem Anteil beteiligt hat, soll in jedem Jahr eine Rückvergütung auf den eigenen Umsatz bekommen. Häufige Besuche im Schwarzen Adler lohnen sich also.

Und ganz wichtig: Jeder Geschäftsplan für eine Genossenschaft muss vor Eintragung geprüft worden. Damit ist die Genossenschaft unter den Kapitalgesellschaften wohl die sicherste Anlageform. Insolvenzen sind äußerst selten.

Die Genossenschaft Schwarzer Adler Vierbaum eG ist gegründet und eingetragen, Vorstand und Aufsichtsrat sind gewählt, die Finanzierung ist gesichert. Aber weiterhin zählt jeder neue Beitritt! 

Wer dabei sein will: Einfach das Beitrittsformular ausfüllen und an die Genossenschaft zurückschicken. Entweder im Adler abgeben oder per Post dorthin senden. Die Adresse steht auf dem Formular. 

Mit der Gegenzeichnung durch die Verantwortlichen wird man vollwertiges Mitglied der Genossenschaft. Die Rechte und Pflichten sind in der Satzung niederlegt. Sie ist bereits abgesegnet.